Auszeit?
Auszeit beenden
Weltweit werden Menschen wegen ihrer religiösen Überzeugung verfolgt. Am meisten müssen dies Christen erleben. Unsere Kirchengemeinde möchte dazu beitragen, gefangene Christen zu unterstützen und uns für Ihre Freiheit einzusetzen, indem wir für sie beten und ihre Situation öffentlich machen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die christliche Zeitschrift idea machen unter der Überschrift „Gefangener des Monats“ monatlich auf das Schicksal eines gefangene Christen aufmerksam. Sie liefern dazu einen Musterbrief als Anschreiben an den jeweiligen Staatspräsidenten, den wir hier veröffentlichen. Wir bitten Sie, sich daran zu beteiligen.
Seine Exzellenz

Präsident Arif Alvi

via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan
Schaperstraße 29

10719 Berlin


Fax: 030-21244210 im September 2019


Exzellenz,

ich wende mich wegen des 31-jährigen pakistanischen Christen Sawan Masih an Sie, der wegen des angeblichen Verstoßes gegen Paragraf 295-C des pakistanischen Strafgesetzbuchs inhaftiert ist. Der Straßenreiniger sitzt seit 27. März 2014 in einer Todeszelle des Zentralgefängnisses von Faisalabad. Er war ein Jahr zuvor mit einem muslimischen Freund in eine Debatte über Religion geraten. Der Mann, der ihn anzeigte, gab an, dabei sei der islamische Prophet Mohammed beleidigt worden. Auf die Anzeige hin wurde Sawan am 8. März 2013 verhaftet.
Am Tag darauf wurde aus den Lautsprechern einer benachbarten Moschee zum Protest gegen den vermeintlichen Gotteslästerer aufgerufen. Rund 3.000 aufgebrachte Muslime drangen zu Sawans Haus in dem christlichen Viertel Joseph Colony in Lahore vor und zündeten unterwegs mehr als hundert Häuser und Geschäfte sowie zwei Kirchen an. Angesichts der Drohung, lebendig im eigenen Haus verbrannt zu werden, flohen Hunderte von christlichen Familien. In dem Prozess gegen Sawan Masih wurde seitens der Verteidigung der Vorwurf erhoben, dass der Fall nur als Vorwand diente, die Christen aus der Siedlung zu vertreiben. Ein Anti-Terrorismus-Gericht sprach sämtliche Verdächtigen, die dort gebrandschatzt hatten, am 29. Januar 2017 frei.
Diese Vorgänge zeigen, dass der Blasphemie-Vorwurf dazu benutzt wurde, um gegen die christliche Minderheit Stimmung zu machen. Daher bitte ich Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, damit sich das zuständige Gericht mit dem Fall zügig auseinandersetzt und den zu Unrecht Beschuldigten freisprechen kann. Ich halte eine sofortige Freilassung, Unterbringung an einem sicheren Ort und therapeutische Begleitung für angemessen.


Mit vorzüglicher Hochachtung